Hochlegierte metallische Werkstoffe

Entwicklung, Herstellung, Charakterisierung und Eigenschaften

 

09:00 Uhr Beginn des Kolloquiums
 
09:15 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. W. Theisen
 
Herstellungsverfahren
09:30 Uhr    Additive Fertigung von Stahlwerkstoffen 
M.Sc. K. Geenen
10:00 Uhr Fügen artungleicher Werkstoffe
Dr.-Ing. M. Windmann
10:30 Uhr Kaffeepause
 
11:00 Uhr Integrierte Wärmebehandlung in der HIP-Anlage
M.Sc. A. Weddeling
11:30 Uhr HIP von SX Ni-Superlegierungen: Gefügeerneuerung und Kriecheigenschaften
M.Sc. B. Ruttert
12:00 Uhr Mittagessen
 
Simulationsbasierte Werkstoffentwicklung
13:00 Uhr Werkstoffdesign mit mikromechanischen Methoden
Dr.-Ing. F. Pöhl
13:30 Uhr Wärmeleitfähigkeit mehrphasiger Werkstoffe – Simulation und Experiment
Dipl.-Ing. S. Klein
14:00 Uhr Gefügesimulation und Legierungsentwicklung im System Fe-C-B
M.Sc, J. Lentz
14:30 Uhr Kaffeepause
 
Charakterisierung und Eigenschaften von Werkstoffen
15:00 Uhr Nichtrostende Stähle für Wälzlageranwendungen
Dr.-Ing. M. Seifert
15:30 Uhr Aspekte des Hochtemperaturverschleißes von Stahlwerkstoffen
M.Sc. M. Walter
16:00 Uhr Charakterisierung lokaler Eigenschaften in hochlegierten Stählen
Prof. Dr.-Ing. S. Weber
 
16:30 Uhr Institutsführung
17:00 Uhr Ende des Kolloquiums

Nachruf Berns

Am 2.12.2013 verstarb Prof. em. Dr.–Ing. Hans Berns, Emeritus am Lehrstuhl für Werkstofftechnik der Ruhr-Universität Bochum nach schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

 

Herr Prof. Berns schloss sein Studium der Eisenhüttenkunde an der RWTH Aachen im Jahr 1959 ab und begann unmittelbar danach seine industrielle Tätigkeit bei der Böhler AG in Düsseldorf als Referent für Baustähle. Im Jahr 1964 promovierte er an der RWTH Aachen zum Thema „Einfluss der Wärmebehandlung und Legierung auf die Kaltverfestigung von Manganhartstahl“ ab. Seiner großen Neigung für die Aus- und Weiterbildung von jungen Ingenieuren folgend, erhielt er neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit diverse Lehraufträge, zuletzt in den Jahren 1974 – 1979 an der TU Berlin, wo er sich auch 1975 für das Fach „Werkstofftechnik“ mit seiner Habilitationsschrift „Das Zeitstandverhalten von Warmarbeitsstählen und seine Bedeutung für die Auslegung von Blockaufnehmern und Druckgußkammern“ habilitierte. In Weiterentwicklung seiner industriellen Kompetenzen und nebenberuflichen Aktivitäten wuchs sein Verantwortungsbereich bei der Böhler AG stetig bis er schließlich im Jahr 1973 Abteilungschef für das Qualitätswesen des Geschäftsbereiches Guss-, Schmiede- und Fertigerzeugnisse wurde.

 

1979 ging Herr Prof. Berns einem Ruf folgend an die Ruhr-Universität Bochum, wo er den Lehrstuhl für Werkstofftechnik 21 Jahre lang inne hatte. Hier hat er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 zusätzlich zu den 40 Veröffentlichungen aus seiner Industriezeit 230 weitere Veröffentlichungen verfasst, denen er in den vergangenen 13 Jahren bis heute noch 80 weitere wissenschaftliche Beiträge für Journale und Konferenzen folgen ließ. Herr Prof. Berns wurde mit zahlreichen Forschungspreisen ausgezeichnet, er hat acht Bücher verfasst und besitzt 20 Patente.

 

Zentraler Gegenstand seiner Forschungsarbeiten waren Fe-Basis Werkstoffe, wobei er sich auf die hochlegierten Stähle und hier im Besonderen auf die Werkzeugstähle und die hochlegierten, austenitschen Stähle mit Kohlenstoff und Stickstoff konzentrierte. Seine Forschungsarbeiten in Bochum begannen mit einigen aus der Industrietätigkeit stammenden Themen wie „Neue Kaltarbeitsstähle mit V-Nb-Ti, Zusammenhang zwischen Fertigung und Zähigkeit von Warmarbeitsstählen und der Ermüdung von Federstählen bei sibirischen Temperaturen“. Es folgte die Entwicklung von Hartlegierungen auf Fe-, Co-, Ni-Basis für die Auftragschweißung und die Untersuchung und Verbesserung des Korngleitverschleißwiderstandes bis 900°C. Später betrachtete er Stähle bei erhöhter Temperatur mit Kriechbruch und dem Einstieg in Simulationsrechnungen zur Rissausbreitung in mehrphasigen Werkzeugstählen. Die pulvermetallurgischen Möglichkeiten wurden zur Gefügedesign neuartiger verschleißbeständiger MMC genutzt, deren Bearbeitung ebenfalls betrachtet wurde.

 

Neben dem Schwerpunkt „Verschleißbeständige Werkstoffe“ begann er 1985 mit den Arbeiten an hochstickstofflegierten nichtrostenden und warmfesten Legierungen, die 1990 in eine bis heute andauernde Kooperation mit dem Institut für Metallphysik in Kiev mündete. Der von Herrn Prof. Berns zusammen mit der Fa. Energietechnik Essen entwickelte nichtrostende martensitische Wälzlagerstahl CRONIDUR® fliegt heute serienmäßig in Kugelgewindetrieben von Flugzeugen und in Lagern von Treibstoffpumpen des Space Shuttle. Ebenso hat sich das von ihm erarbeitete Einsatzhärten nichtrostender Stähle mit Stickstoff als SolNit® -Verfahren in vielfältigen Anwendungen bewährt. Die neuen höchstfesten austenitischen Stähle CARNIT® mit etwa 1 Masse% C+N sind in den letzten 5 Jahren untersucht, als industrielle Schmelzen erzeugt und in Pilotfertigungen zu unterschiedlichen Komponenten verarbeitet worden.

 

Herr Prof. Berns war ein exzellenter Lehrer und stand mit seinem großem Fachwissen und seiner hohen didaktischen Kompetenz den Studierenden, seinen Mitarbeitern und Doktoranden immer hilfsbereit zur Seite. Seine Kollegen in der wissenschaftlichen Community und in der eigenen Fakultät Maschinenbau haben ihn als freundlichen und kooperativen Menschen geschätzt. Darüber hinaus war er ein gefragter Ratgeber für zahlreiche Industrieunternehmen, die sein theoretisches Wissen, gepaart mit seiner Fertigungs- und Anwendungserfahrung, sehr geschätzt haben.

 

Das Institut für Werkstoffe der Ruhr-Universität Bochum trauert um einen aufrechten, sympathischen und liebenswürdigen Menschen, den wir gerne noch weiter unter uns gehabt hätten. Wir werden Herrn Prof. Berns ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Die Trauerfeier fand am 12.12.2013 im Kreise ihm nahestehender Freunde und Bekannter statt.

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Wir begrüßen Andreas Mohr und Simon Klein, die seit dem 01.11.12 als wissenschaftliche Mitarbeiter am LWT angestellt sind.

 

Andreas Mohr    Simon Klein 1

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